Kreativszene, wohin gehst du?!

Gestern habe ich an einem nicht kleinen Designmarkt teilgenommen, der von einer regionalen Eventagentur in Zusammenarbeit mit DaWanda veranstaltet wurde. Auf der Rückfahrt ließ ich den Tag nochmal an mir vorüber ziehen und stand vor einigen Rätseln. Seit mehr als fünf Jahre bin ich in diesem Bereich tätig und es gibt seltsame Veränderungen. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Dingen ist offenbar den Kundenrufen á la „Geiz ist geil“ gefolgt und wird von vielen Anbietern gerne bedient.

Neben mir wurden Affenplüschtiere verkauft. Ohne Rücksicht auf geltende Vorschriften bezüglich der Herstellung und vor allem SICHERHEIT von Spielzeug. Liebe Markt-Kunden: Auch kleine Hersteller MÜSSEN ( und können, wenn sie denn wollen!! ) die CE-Kennzeichnung durchführen und einhalten. Das ist keine Hexerei, nur mit Arbeit verbunden, die die Geier auf den schnellen Euro offensichtlich scheuen?! Bitte kauft nur geprüftes Spielzeug, sonst sind die Perlen der Perlenkette der Affentplüschis vielleicht bald nicht mehr am Affenhals sondern in Magen, Ohren oder Nase Eurer Kinder!
Eine andere Anbieterin versichert einer Kundin „Ich kann Ihnen alles nach-Nähen, was sie auf DaWanda finden, Sie brauchen mir nur den Link zu schicken“ Markenrecht, Urheberrecht, geistiges Eigentum, schon mal gehört?

Am Stand gegenüber wurden „Loops-Schals“ und „Beannies“ angeboten. Die hier so üppig verschwendeten Buchtstaben müssen wohl an anderer Stelle eingespart werden, in diesem Fall bei der fehlenden Textilkennzeichnung…
Außerdem dann frage ich mich, ob manche Herstellerin vielleicht im Dunkeln zuschneidet und näht?! Wie kann man denn als vermeintlicher Profi ein geringeltes Bündchen schräg schneiden und annähen, so dass die Streifen oben über die Kante verlaufen? Die Gute gibt nach eigenen Angaben übrigens auch Nähkurse, da möchte ich mir nicht ansehen müssen was die Teilnehmer da unter „fachkundiger Anleitung“ fabrizieren!
Und wie steht es mit der Preiskalkulation? Ein Button €1,50 zwei für €2,00…ich habe das Gefühl, da ist Adam Riese mit seinen Gedanken ganz wo anders gewesen. Nicht bei Herstellungskosten, Gewinn, Gebühren, Preise für Verpackungslizenz und Rücklagen fürs Gewerbe?!
Ein weiteres Highlight bei dieser Veranstaltung waren die Fragen. Jeder Anbieter musste sich im Zuge des Do-it-youself-Booms daran gewöhnen, dass die Leute Dinge hin- und her wenden und versuchen herauszufinden, wie etwas gemacht wurde. Neu ( für mich ) ist die mittlerweile wirklich dreiste Fragerei nach Schnittmustern, der Reihenfolge in der Dinge hergestellt werden oder dieses Beispiel:

Kundin: “ Mit welchem Kleber kleben Sie denn die Haarspangen?“ Ich ( mit zusammengebissenen Zähnen ) „Mit einem, den ich lange gesucht habe“ Kundin bohrt weiter: “ Und wie heißt der???“ Ich ( widerstehe der Versuchung ihr mit dem nackten Allerwertesten ins Gesicht zu springen ) „Sag ich nicht!“ Liebe Leute, ganz im Ernst, fragt Ihr denn beim Bäcker nach dem Rezept für die Buttercremetorte??? Oder Euren Automechaniker ob er Euch das Diagnosegerät für die Elektronik des Autos leiht?? Oder den Maler ob er die Tricks für sauberes Arbeiten einfach mal eben verrät?! Und hat jemand schon mal an der Supermarktkasse gefragt, ob es nicht „billiger“ ( O–Ton ) geht?!

In welche Richtung bewegt sich der Designbereich denn gerade? Und sind Kunden und Hersteller sich wirklich einig und ganz sicher, dass der eingeschlagene Weg der ist, den man gemeinsam gehen möchte?!

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63 Gedanken zu “Kreativszene, wohin gehst du?!

  1. Ja, du hast Recht. Auch ich habe schon dreiste Kunden erlebt http://zeena.de/wordpress/wirklich-passiert/ und mich auch schon über „Billiganbieter“ ausgelassen: http://zeena.de/wordpress/traurig/ ABER so ist das eben. Und ich bin mir sicher, dass auch der Bäcker nach dem Rezept der Buttercremtorte gefragt wird. Es liegt an uns Anbietern, darüber zu stehen und den Kunden freundlich aber bestimmt ihre Grenzen aufzuzeigen. Und eine Anbieterin, die angibt, alles auf Dawanda gezeigte nachnähen zu können, ist mit dem Urheberrecht gar nicht auf Kollisionskurs und selbstverständlich auch nicht mit dem Markenrecht, denn sie wird ja wohl ihren eigenen Namen als Herstellerin angeben. Im Gegenteil, ich finde, diese arme Seele bedarf unseres Mitleids, denn wer auf dem Sektor tätig ist, aber nicht genügend eigene Ideen entwickelt, sondern sich aufs Nachmachen konzentriert, wird in dem Bereich nicht lange Bestand haben.Ich glaube an die Durchsetzungsfähigkeit von Qualität gepaart mit einem guten Einkaufserlebnis. Das sollte unser Ziel sein.

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  2. Oha, das klingt aber alles gar nicht schön… ich habe mit einem Stand auf einem Handmade-Weihnachtsmarkt geliebtäugelt, war aber zu langsam für die Anmeldung. Glück gehabt?
    Durch meinen (noch neuen) Blog spüre ich aber auch immer mehr, wie teilweise hinterhältig die DIY-Szene sein kann – da wird kopiert, nachgemacht und gehackt… Es geht immer mehr um Ellbogen, als um Kreativität, oder? Wie schade. Dass dann noch so lausig kalkuliert wird, habe ich als Besucherin auch schon erlebt – ich hab nicht viel Ahnung, was Stoffe kosten, aber wenn es teilweise nur 10 Euro teurer wird als bei Primark, werde auch ich skeptisch. Und dann noch handeln wollen…
    Durchatmen, Tee trinken und hoffen, dass die nachgemachte Haarspange in den Haaren kleben bleibt 🙂
    Jessa

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  3. Du sprichst mir wirklich aus der Seele…alles schon tausendfach so erlebt.
    Vor allem die Frage nach dem Kleber für die Haarspangen. Ich hatte grad letztens auch schon darüber geschrieben. Hatten wir eventuell dieselbe Kundin? 😉

    Ich antworte auf die Kleberfrage immer: Ich nehme immer Tapetenkleister 😉 Kunde glücklich…naja…wenigstens bis zu dem Zeitpunkt, wo er es ausprobiert und ich beömmel mich immer bei der Vorstellung von der erfolglosen Riesensauerei, die er zu Hause veranstaltet. Hahahaaaaa!

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  4. Das Drama kenne ich nur zu gut. Ich ärgere mich oft über DaWanda-Verkäufer ohne Impressum mit geklauten Bildern. Wenn ich versuche, dagegen vorzugehen, ernte ich nur Unverständnis, selbst bei den Machern des Portals.

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  5. Liebe Miriam,
    ich hoffe sehr, daß es OK ist, wenn ich den Link auf meiner fb-Seite verwende?
    Du sprichst mir so aus der Seele!

    Wenn nicht, dann bitte ich Dich herzlich um eine kleine Rückantwort und ich entferne ihn sofort!

    Lieben Gruß,
    Lena

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  6. Natürlich ist es ärgerlich und mich ärgert das auch. Lass es dir ein Trost sein: nur gute Artikel werden kopiert. du wirst es nicht verhindern können, dass Bastler sich Anregungen auf den Märkten oder Dawanda holen und für den Eigengebrauch selber produzieren. Die Mitbewerber, die ihre Anregungen „klauen“, weil sie selber nicht in der Lage sind eigene Modelle zu entwerfen, sind bald wieder verschwunden. erst Recht, wenn sie nicht richtig kalkulieren und die Wertigkeit gering ist. Übrigens bei Standgebühren über 100 EUR sind diese Verkäufer in der Regel nicht mehr zu finden.

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      1. Oh, das ist natürlich ärgerlich. Scheint ja im Moment sehr „In“ zu sein, „bunte Sachen“ zu nähen. Jeder der eine Nähmaschine zum Laufen bringt, versucht sich daran. War auf der INFA-Kreativ in der Dawanda-Area. Mindestens 30% der Aussteller haben die gleichen oder ähnliche Artikel angeboten. Natürlich waren auch die Stoffe die Gleichen. 😦
        Der Umsatz an diesen Ständen hielt sich aber in Grenzen. Hatte aber auch Standgebühr gekostet.

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  7. Liebe Miriam,

    ich habe Deinen Blogeintrag auch auf meiner Facebookseite geteilt. Einer meiner meistgehörten Sätze ist: WASSS? So teuer? Da braucht man doch nicht lange für? Und Stoff is doch eh günstig. – Nunja…. . Ich finds extrem schade, dass die Handmade-Szene so abrutscht 😦

    Liebste Grüße
    Jane

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  8. Hallo Miriam!
    Danke für Deinen Text, den ich mit Inbrunst gelesen habe! Das kann ich gaaaanz dick unterschreiben! Deinen Post habe ich direkt geteilt und hoffe sehr, dass viele, viele Leser Deine Worte lesen werden!
    Liebe Grüße
    Dorthe

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  9. Mein Weg ist inzwischen der, das ich meine Shops geschlossen habe und mir zu schade dafür b in solche Kunden überhaupt nur ansatzweise zu bedienen. Die Freude am nähen ist danach bei mir zurück gekehrt und ich werfe keine Perlen mehr vor die Säue sondern verleihe sie an die die sie verdienen.
    LG Martina (oder auch Frau JoLou)

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    1. Ja, ich erinnere mich gut an Deinen Beitrag vom Tag als Du DaWanda „zu“ gemacht hast. Ich habe in den letzten 6 Monaten auch hauptsächlich Sonderanfertigungen gemacht. Da wissen die Kunden, was sie an unserer Arbeit haben!

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  10. Oh ja, leider so wahr:(
    Ich nähe nur für die Familie und für Freunde, mir tun einfach alle leid, die ein ehrliches Gewerbe betreiben und davon finanziell abhängig sind.
    Jeder Depp kauft sich eine Nähmaschine und meint nun, nähen zu können.
    Dieses nachgemache finde ich soooo schrecklich, keine eigenen Ideen aber nennen sich Designer!

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    1. So ist es übrigens nicht nur beim Nähen. Ich bin Illustratorin für MamaHoch2, habe so die Näh-Szene kennen- und lieben gelernt. Auch bei Zeichnern wird gepfuscht, Sachen abgepaust und als das eigene angepriesen – es ist schrecklich, was einige „Kreative“ mit den Produkten ihrer Mitbewerber anstellen.

      Ich geb Martina recht – lieber ausgewählte Kunden als das, was sich hier entwickelt!

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  11. Ein Traumartikel- man könnte sicher noch stunden/seitenlange Erfahrungen einbringen.. Was ich nur dick und fett unterstreichen kann und will ist die Erfahrung mit den “ Kunden“, die man sich für all die Mühe und Arbeit erhofft. Ich habe das jahrelang betrieben und wage mal zu behaupten, daß im Speziellen auf diesen Handmade-Märkten 85% kommen, um zu fischen. 10% schlagen ihre Zeit tot, die anderen 5% kaufen evtl.

    Hut ab ! Und LG

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  12. Ich habe vor 2 Jahren einen Babyquilt für eine liebe Freundin genäht und hatte von den schönen Westfalen Ökotex Stoffen noch übrig, also habe ich daraus einen kleinen Babyquilt 1,10 x 1,10m genäht und bei dawanda eingestellt.
    Nach ein paar Tagen kam eine Mail, eine Leserin wollte mich auf meinen Schreibfehler hinweisen ??? Ja, da würde ja ein Preis von € 120,- stehen, da sollte doch sicher € 20,- heißen……… Ich habe ihr dann geschrieben, sie könne für ihr Kind gerne einen Quilt aus China aus billigen Stoffen kaufen und € 20,- dafür bezahlen. Den Quilt habe ich dann aus den Angeboten gelöscht !
    Seitdem nähe ich eigentlich nur im Auftrag, wenn der Preis vorher abgeklärt ist.

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  13. Hahaha
    Sorry musste grad lachen

    ja diese ganzen Könner. Die liebe ich
    die entwerfen ebooks und lassen lustig die NZ weg

    und am Ende denkt der Kunde (ich nähe nur privat-mehr würde mich zu wahnsinnig machen) das das so sein muss… 😥

    Und dann machen es alle nach und am Ende ist es dann richtig falsch (und wenn man dann mal fachlich richtig helfen will wird man gesteinigt)

    Die rosa DIY Welt ist nur Vordergründig rosa. Dahinter ist sie ekelig grün vor all dem Neid und Missgunst

    Dank dir für deinen Artikel

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    1. Die rosa DIY Welt ist nur Vordergründig rosa. Dahinter ist sie ekelig grün vor all dem Neid und Missgunst
      Diese Erfahrung habe ich leider auch gemacht.

      Und alle anderen auch. Und vor allem die Geschichte mit den überall angebotenen billigen Stoffen. Ja, mal einen als Ausnahme oder weil er wirklich schön, aber es macht mehr Spaß
      mit hochwertigen Materialien zu arbeiten.

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  14. Recht hast du. Vorweg ich verkaufe nicht. Nähen ist aber mein neues Hobby, seit ca. 6 Monaten. Ich bin noch weit vom Profi entfernt, jedoch macht es mir Freude zu nähen. Aber selbst da wird man belächelt, warum Selbermachen wenn man es in Billigläden so günstig bekommt. QUALITÄT? Nebensache!

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  15. Ich gestehe, ich mache auch viel selber, de
    Nn ich habe die Ausrüstung und das Material dazu. Allerdings verlasse ich mich auf die Erfahrungen anderer. Ich kaufe Schnittmustern und Stoffe nach Qualität und Gefallen und nicht nach Preis. Oftmals ist nämlich der Versuch zu sparen doppelt so teuer. Und ich habe leider erlebt, dass ein “Jedermann“ nicht auf Fragen zu seinem Produkt so antworten kann, wie ich es mir als Kunde und Laie wünschen würde. Daher bin ich geneigt nur bei Leuten vom Fach bevorzugt zu kaufen, die auf mich als Kunde und auf meine Fragen eingehen.

    Und wie du es beschrieben hast, ohne Gewisse Kennzeichnung kaufe ich nicht, denn wenn ich etwas mal nicht selber machen kann, will oder darf, dann möchte ich auch mein Geld in guten Händen und Dingen wissen!

    Toller Beitrag!

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  16. Der Design/Handarbeitsbereich bewegt sich leider in genau dieselbe Richtung, in die sich im Moment irgendwie alles bewegt. Die „Geiz-ist-geil“ – Mentalität ist sowas von falsch und dem Urheber dieses Spruchs sollte man mal ordentlich in den Allerwertesten treten! Und das wäre noch human. Handarbeit kostet eben und wenn dann noch gutes Material verwendet wurde, umso mehr und das ist dann auch gerechtfertigt. Leider gibt es immer und überall diese lästigen Schnäppchenjäger und viele andere meinen dann, das nach machen zu müssen. Echt schlimm. Sogar auf Flohmärkten werden die Leute unverschämt: was muss man denn bei einem Teil,das einen Euro kosten soll, noch 50% runter handeln wollen? Ist doch kein Wunder, dass dann bald kein Mensch mehr Lust hat, seine Waren anzubieten. Ich persönlich verkaufe meine Sachen die ich selber gemacht habe nicht, denn ich habe bereits vor Jahren bemerkt, dass andere die Arbeit, die drin steckt in keinster Weise würdigen und sich das Zustandekommen eines Preises nicht mal ansatzweise vorstellen können. Naja nicht alle

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  17. Ist das denn ein Wunder, wenn zum Beispiel dawanda eine Rabatt-Aktion nach der anderen startet? Dass muss den Kunden doch suggerieren, dass die Sachen den „normalen“ Preis nicht wert sind…

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  18. Hallo, dieser Text enthält so viel Wahrheit, es ist einfach irgendwie traurig. Ich selbst verkaufe nicht auf Märkten, spiele allerdings mit dem Gedanken, aber vieles schreckt mich da ab. Sowas beispielsweise. Aber ich bin fleißige Marktkundin und ich weiß, ja vielleicht könnte ich manches davon alleine machen, ich könnte – um bei dem Bäckerbeispiel zu bleiben – auch meine eigenen Brötchen backen, aber ich mache es eben nicht. Zeit, Energie, Mühe, mir ist bewusst wie viel Arbeit hinter all dem steckt, und da bezahlt man eben auch für. Wenn ich Bäcker wäre, würde ich meine Brötchen ja auch nicht verschenken. Jeder kann selbst machen was er will, aber wenn er nicht die ganze Leistung dahinter auch reinstecken will, dann soll er es doch bitte einfach lassen. Und eine Idee haben, entwickeln, den richtigen Kleber finden etc. gehört nun mal alles zu dem Prozess.

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  19. Das ist alles so ein leidiges Thema… Deine Worte sind so wahr! Ich könnte mich auch ständig über diese ganzen Themen aufregen… Gruselig!!! Alles bitte immer billiger oder “ wie geht das? Wie ist das denn gemacht?“. Die Sachen alle 5 mal hin und her gewendet und gemacht … ach so ja das könnt e ja so und so gehen… Ist ja doch nicht so schwer … Bla bla bla… Horror!!!
    Da verliert man echt die Lust an der ganzen Sache 😦

    Lieben Gruß Claude

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  20. Du sprichst mir so aus der Seele. Mittlerweile ist es ein sehr hart umkämpftes Gewebe dieses Handmade Geschäft. Leider leider meint auch jede 2te Muddi, die ihr dasein in Elternzeit fristet und 1 Jahr näht, ein Geschäft anzumelden und von tuten und blasen keine Ahnung haben. Ich finds nicht mehr schön und werde um Ruhm und Ehre kämpfen den Qualität Zahl sich am Schluss aus!

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  21. Kommt mir auch alles bekannt vor, und ich kann deinen Unmut zu 100% nachvollziehen, leider ist es kein neuzeitliches Verhalten, sondern das gab es schon immer.
    Ich habe vor 15 Jahren schöne Strickaccessoires und Haarschmuck angeboten, die DIY-Szene lag noch im Dornröschenschlaf, da kamen doch allen Ernstes Frauen an meinen Verkaufsstand, und haben dreister Weise vor meinen Augen die Maschen der Strickwaren abgezählt.
    Ich habe den Menschen die Artikel aus der Hand genommen, und einen schönen Tag gewünscht – eine Dame wurde richtig Bockig, sagte, bei mir würde sie nichts Kaufen….
    by the way, dass hatte sie ja eh nicht vor………

    Darüberhinaus kann ich sagen, dass der letzte Kreativmarkt-Besuch vollkommen enttäuschend war……
    Es gab Massen an Kinderbekleidung/Accessoires, und es gab Täschchen, Smartphonehüllen &Co für ganz, ganz kleines Geld –> total langweilig und unkreativ.

    Mein Tipp: Geschäfte finden, die die Dinge in Kommission nehmen/kaufen, so schont man die eignen Nerven, und kann das Geld für die Standgebühren in Material für neue Produkte
    investieren.

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  22. Danke für diesen Artikel, der mir wirklich ganz und gar aus dem Herzen spricht.
    Und neben der ganzen Kopiererei, der unfassbaren Preiskultur… geht auch die Stimmung in der DIY-Szene bergab.
    Ich möchte mehr gemeinsame Projekte, mehr das Gefühl, eine gemeinsame Bewegung gegen Massenbilligproduktion aus Asien und co zu sein. Und den Kunden vermitteln, dass Selbstgemachtes wirklich einen WERT hat – und dass es ihnen eine Freude sein sollte, diesen Wert zu bezahlen. Auch wenn sie dann vielleicht weniger kaufen, aber dafür mit Respekt in alle Richtungen.

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  23. Ich kämpfe im Nähmaschinen- und Handarbeitsgeschäft mit Kundinnen, die der festen Meinung sind, die Maschine vom Discounter ist doch genauso gut wie die Markenmaschinen. Andere lassen sich ewig lange bedienen und verlassen den Laden ohne Wolle, aber mit den Worten „für das Geld kaufe ich mir eine Strickjacke/Mütze/Schal/Pulli fertig, sogar billiger, da habe ich dann auch keine Arbeit damit“. Ich mache das jetzt 3 Jahre, anfangs konnte ich damit nicht umgehen, dachte immer ich hätte etwas falsch gemacht. Aber das geht nicht nur mir so, das ist die Geiz_ist_geil_Mentalität und inzwischen finde ich, dass diese Mitmenschen eine ganz arme Spezies sind. Billig gekauft ist oft für die Tonne, früher oder später und dann kommen sie angeschlichen, sooo klein mit Hut!

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  24. Genau sowas ist der Grund, warum ich mich bisher standhaft weigerte, mein Hobby zu meinem (Neben)Beruf zu machen und meine Stücke zu verkaufen. Ich mache hochwertigen Schmuck, aber wenn ich dann höre, dass jemand ein Teil von mir gemacht haben möchte und mir dann mit Billigstperlen ankommt, hört für mich der Spaß auf. Da liegen meine Stücke gut in meinem Schrank und werden nur an Freundinnen oder die Tochter bei Bedarf verliehen oder selbst getragen. Wer meine Arbeit und das Material zu schätzen weiß, bekommt von mir auch mal was geschenkt, aber verkaufen? An solche Kunden? No, niente, never ever

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  25. Mädels, leider habe ich diesen Eintrag erst heute auf Facebook gelesen. Dort wurde er von LadenKonzept Wien geteilt. Ich finde genau wie Ihr, dass Miriam den Nagel auf den Kopf getroffen hat und hoffe für uns alle eine Umkehrung der Situation….
    Vielleicht ist ja Handgemacht irgendwann wieder etwas Wert!

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  26. Danke für Deine Gedanken, die Geiz ist Geil Mentaliät kratzt mich nicht, das ist nun mal so, es gibt genügend Kunden die bereit sind Geld zu bezahlen. Ich habe auch gelernt mich auf meine Idee zu konzentrieren und nicht auf die Konkurrenz und deren Ignoranz bezüglich gesetzlicher Vorgaben zu achten.
    ABER was mich fuchsig macht (bzw. gemacht hat) ist die Frage nach Details meiner Arbeit, die ich anfangs naiv ausgeplaudert hatte und mittlerweile mit einem lauten Schmunzeln und mit Stolz beantworte mit: „das ist Betriebsgeheimnis, tut mir leid, es hat mich viel Zeit und Erfahrung gekostet diese Frage selbst zu beantworten“.
    Meist ist das Gegenüber dann ruhig und vergrämt und mein Schmunzeln: noch lauter 😉

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  27. Hallo Miriam, ich habe deinen Beitrag auch als Link bei FB gefunden und ebenfalls geteilt (hoffe, das ist ok) Ich hatte im Herbst mit meiner Freundin auch einen Stand auf einem dieser Märkte und uns sind genau die gleichen Fragen aufgestoßen, die du hier geschrieben hast. Schade, daß sich das so entwickelt…Da bleibt nur zu hoffen, daß es doch immer noch Kunden gibt, die unsere Arbeiten zu schätzen wissen….

    LG
    Sylvi

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  28. Möchte man den Weg denn überhaupt gemeinsam gehen ? Kreative Gegenstromschwimmer sind so selten, wie Veganer, wenn auch durch Internet und co wenigstens nicht mehr unsichtbar. Manchmal denke ich, ich wäre die Einzige, der es auffällt und dann finde ich diesen tollen Blogartikel.
    Ich habe diese Erfahrungen ebenso gemacht und meine Konsequenz: Eigentlich zägle ich mich nicht zu den Kunsthandwerkern, aber deren hochwertige Märkte haben diese Besucher noch nicht in dieser Fülle. damit werde ich diese Dawandaunterstützten Märkte auch meiden. Wenn ich feststelle, das sich ein Kunde ohne Kaufinteresse mit meinem Produkt länger als nötig beschäftigt, nehm ich es ihm aus den. Händen und Visitenkarten liegen nicht mehr an der Tischkante aus. sollte jemand ne tolle Alternative von Dawanda kennen- sofort würde ich wechseln……Gottseidank kauft mein Hauptprodukt eh keiner von dieser Plattform…. Das Umdenken muss aus dem Herz kommen, dann schafft das auch der Kopf. Meine Produkte sind zu toll, als das ich aufhöre gegen Kopieridioten zu kämpfen.

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  29. Hi!

    Interessanter Beitrag, bin über FB auf ihn gestoßen. Zunächst eins vorweg: Ich kann den Unmut verstehen und nachvollziehen. ABER: Ich glaube, das ein oder andere Probleme ist hausgemacht.

    So, jetzt ist schon mal die provokante These raus und jetzt zum Rest. 🙂 Zunächst mal: Ich bin Unwissender. Knöpfe kriege ich noch angenäht und vor allen Menschen, die in der Lage sind mit ihren Händen etwas zu erbauen / zu erschaffen, was vorher nur in ihrem Kopf war, habe ich großen Respekt. Ich bin eher sowas wie Passiv-Näher, soll heißen meine Frau ist eine von denen, die sich (durch 2 Kinder) dem Hobby „Nähen“ hingegeben hat. Und ja, sie hat genau mit dem angefangen, was hier so (schon leicht naserümpfend) aufgezählt wurde: Handytaschen, Puppenklamotten, einfache Kinderoberteile. Ich finde das toll, denn es macht ihr Spaß und neben Haushalt, Kindern und ihrem Job ist es einfach ein toller Ausgleich. Es ist einfach ein viel schnelleres Erfolgserlebnis, eine Handytasche zu nähen, als ein mehrlagiges Rokoko-Kleid und wer weiß, ob nicht morgen wieder Schnupfen, Röteln oder sonstiges ein erfolgreiches merhtägiges Projekt zu nichte machen.

    Aber es geht glaube ich gar nicht um das was genäht wird. Der Artikel beschreibt ja eher dieses instinktlose und manchmal bestimmt auch dreiste Abkupfern, Gewerbetreibende um ihren Lohn betrügende und geizige und naive Unkreative. Und als Außenstehender sage ich mal – nicht zur Blog-Schreiberin, sondern zur DIY-Szene: Selber schuld!

    Man nehme die ganzen Stoffmärkte. So viele tolle Stoffe, endlich mal nicht mehr das immer gleiche aus den großen Modeketten! Wenn man daraus doch nur was selber machen könnte! Und man kann es ja. Es gibt Nähkurse an allen Ecken und Enden, die Maschinen benötigen keine Schneiderausbildung mehr und man steht auch nicht mehr im Schatten und Ruf eines Hausmütterchens mit dem Hobby „Nähen“. Irgendeine Freundin oder Bekannte macht es ja auch. Und dann sind da noch die ganzen tollen Blogs, mit Schnittmustern und Tipps, und alles von hippen Leuten, mit denen man sich in seinem Hobby identifizieren kann. Und überall wird signalisiert „Wir sind eine Szene, uns verbindet etwas und wenn dir das gefällt, teile es auf facebook und bediene dich, willkommen im Club der Non-Textil-Konformisten!“

    Am Anfang war der Club vieleicht noch klein, aber andere wollten ja auch nicht immer nur Stangen-Ware. Und so entstand eben nicht nur ein Angebot, sondern auch eine Nachfrage. Auch bei denen, die nicht Nähen können und vielleicht in anderen Bereich Kreativ sind (Steuererklärungen erfordern bestimmt auch eine andere Art von Kreativität 😀 ). Da kam DaWanda. Da wird geduzt, alles was um die Ecke kommt. Es wird signalisiert „Willkommen in der kreativen Familie! Egal, ob du vrkaufst oder kaufst, du hast Spaß an kreativen Dingen und das verbindet uns und unterscheidet und von den Anderen! Du gehörst jetzt dazu!“. Und plötzlich kobt nicht nur der Gatte, die Freundin und die Schwiegermutter die ganzen Handwerksarbeiten, sondern wildfremde Menschen, in dem sie auch noch Geld bezahlen wollen! Und Gewerbeschein wird da nirgendwo abgefragt. Überhaupt! Gewerbe?! Wieso? Ist man in der Familie nicht auch irgendwie unter sich? Natürlich ist das naiv, aber woher soll man es denn auch auf der anderen Seite besser wissen?

    Tja, und da ist man dann als Neuling. Kriegt an so vielen Stellen gesagt, das man jetzt dazugehört. Das man seine Wohnung auch mal für andere zum Urlaub zur Verfügung stellen kann, das andere Geld verdienen in dem sie so ne Art Taxi-Dienst machen und der hippe Mensch aus der Stadt kein Auto mehr braucht und sowieso viele materielle Güter shared. Und da hat man vielleicht weniger Scheu und fragt nach dem 25sten Button-Klebe-fehlversuch nach nem Klebernamen. Oder nach nem Schnittmuster für ein total süßes Oberteil, für das man schon den richtigen Stoff zu Hause liegen hat und das eigene Kind gerne drin sehen würde. Aber man fragt nicht, um sein Gegenüber übder den Tisch zu ziehen undeinen Betrag X zu sparen. Oder aus mangelnder Wertschätzung! Nein, einfach, weil man ja zur Familie gehört und bei einem erfahreneren Familienmitglied um Rat fragt, beim eigenen Weg auf die nächste Erfahrungsstufe. Weil es eben ein tolles Gefühl ist, sich einer Herausforderung zu stellen und diese dann zu meistern. Und heißt es nicht immer (so erziehe ich zumindest meine Kinder):“Wenn du etwas nicht weiß, dann frag! Nur dem sprechenden Menschen kann geholfen werden.“

    (Sehr) langer Rede kurzer Sinn: Ich glaube, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Meine Frau hat noch nie nach irgendwas wie aus den zahlreichen Beispielen gefragt, aber ich würde mir wünschen, dass wenn sie es mal tut, sie nicht gleich in irgendeine Schublade gepackt wird. Denn Verallgemeinerungen sind IMMER falsch. 😀

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  30. Liebe Miriam,

    ich habe den Artikel gerade über den Facebook Link von Ricarda gesehen und er macht mich nachdenklich und traurig. Ich nähe seit ein paar Jahren, mein Umfeld ist ganz oft begeistert von dem, was ich mache und fragt mich ständig, wieso ich nicht verkaufen möchte. Wenn ich Deine Zeilen lese, weiß ich das mehr als genau. Denn so bekommen meine Sachen nur meine Familie und Freunde – und da auch nur die, die das wirklich zu schätzen wissen.

    Meine Familie liebt es, z.B. jetzt zu Weihnachten oder zu Geburtstagen etwas selbstgenähtes zu bekommen. Sie wissen, das Zeit das ist, was ich am wenigsten habe und schätzen das deshalb umso mehr. Und sie wissen auch, das mein Hobby nicht ganz billig ist. Da bekommen dann eben auch meine Eltern mal eine Patchworkdecke geschenkt. Die wissen sicher nicht, das die handgequiltet ein paar hundert Euro wert sein könnte, aber das müssen sie auch nicht. Sie wissen, dass ich jeden Stich mit Liebe für sie gemacht habe, dass ich viel Zeit investiert und nur Qualitätsstoffe benutzt habe.

    Ich habe aber auch Leute in meinem Umfeld, die sagen oder zumindest denken würden „ach, selbstgemacht… kann die sich kein gekauftes Geschenk mehr leisten“ und die würden garantiert nie etwas von mir genäht bekommen. In meinem Umfeld sind sie aber die Ausnahme.

    Ich bin durchaus bereit, für ein qualitativ hochwertiges handgemachtes Produkt auch viel Geld zu bezahlen. Genauso wie ich meine Maschinen nur vor Ort kaufe, weil ich möchte, dass es meinen Händler auch noch gibt, wenn die mal Probleme machen. Manchmal möchte ich Sachen aber auch selbst nähen – auch, weil ich sie mit meiner Stickmaschine genau so machen kann, wie ich sie möchte. Also mit meinen Stoffen, meinen Farben, meinem Schriftzug oder so. Aber im Leben würde ich nicht auf die Idee kommen, den Verkäufer zu fragen, wie das gemacht ist. Das ist so unverschämt.

    Allerdings ist genau das der Punkt: Ich glaube das ist nicht nur ein Thema von DIY oder Geiz ist Geil, ich glaube das es vielen Menschen heute egal ist, wie sie auftreten. Dass ihnen nichts mehr peinlich ist, dass Werte verloren gegangen sind, dass Vorschriften dazu da sind, sie kreativ zu umgehen und dass nur noch das eigene Ich zählt. In so einer Gesellschaft möchte ich eigentlich nicht leben. Umso mehr gefällt mir daher der Teil der Nähszene, den ich bisher kenne. Foren, in denen man sich gegenseitig hilft. Blogger, die voller Freude von anderen erzählen, Facebook Gruppen, in denen das Miteinander wichtiger ist als das Gezicke.

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  31. Hallo Miriam,
    auch ich möchte Dir Recht geben und Du hast es auch noch so treffend formuliert.

    Man könnte auch noch erwähnen, dass jedem Hobby-Bastler heutzutage suggeriert wird, sein Können wäre in jedem Fall ausreichend, um es als Handmade-Unikat anpreisen zu dürfen, und ein eventuell vorhandenes schlechtes Gewissen ernsthaften Handwerkern und Künstlern gegenüber, könne man außerdem durch absolut „kundenfreundliche“ Preise kompensieren.

    Hoffentlich hat dieser Handmade-Boom bald ein Ende und jeder widmet sich wieder dem, was er wirklich kann.

    P.S. Natürlich finde ich es vollkommen in Ordnung, wenn jemand seinem Bastler-Hobby nachgeht – so gesehen ist es eine tolle Entwicklung, dass Handgemachtes wieder mehr geschätzt wird.
    Aber ich denke, ich habe Dich richtig verstanden, dass es Dir genauso wie mir darum geht, dass es mittlerweile jedem leicht gemacht wird, Selbstgemachtes ohne jede Prüfung auf Qualität,Wirtschaftlichkeit,Rechtseinhaltung und Urhebenrrecht, zu verkaufen.
    Liebe Grüße
    Karin

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  32. Danke, dass du mir deinen Link hinterlassen hast. Sehr erhellend, deine Zeilen zu lesen. Käufer- und Verkäuferverhalten sind da in meinen Augen beidseitig als schrecklich zu bezeichnen. LG mila

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  33. Uiuiui.. du warst in Vechta, ne? Ich hatte das gleiche Spielchen im Mai in Verden und ich weiß schon warum ich diese „Handdesign“ Märkte nicht mehr mitmache – ich habe mich zwei Tage nur geärgert, über einige Aussteller und über „Kundschaft“. Lieber suche ich andere Alternativen, als mich wie auf einem Flohmarkt zu fühlen, bei dem ich mich bitte schön über meine hohen Preise rechtfertigen soll. Und diese dreisten Fragen kenne ich nur zu gut, um dann zu hören – ach da muss ich ja mal die Maschine wieder rausholen. Danke für deine wahren Worte, sie zeigen leider nur zu deutlich wie lax inzwischen mit Urheberrecht und Co., Kalkulation usw.. umgegangen wird.

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  34. Danke, für diese klaren Worte! Ich hab darüber schon vor langer Zeit drüber nachgedacht und meine ganz eigenen Konsequenzen daraus gezogen. Das ganze geht in eine Richtung, in die ich nicht mitgehen will. Ich warte einfach bis der ganze Hype abgeebt ist und mache dann wieder Mode. Bis dahin widme ich mich anderen Dingen, wie zum Beispiel endlich mein Buch fertig zu schreiben. Kommt Zeit kommt oder geht der Hype!
    Ich hab Deinen Beitrag geteilt und hoffe das ist okay! Er ist einfach zu gut!:)

    Viele Grüße
    Eni

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  35. Du triffst den Nagel absolut auf den Kopf….ich bin zwar selbst nur Hobbynäherin und werde das auch bleiben 🙂 Aber dafür habe ich immerhin 3 intensive Nähkurse bei einer gelernten Maßschneiderin gemacht. Und wenn ich nähe, dann nur für meine Familie oder enge Freunde als Geschenk.
    Ich habe auf manchen Märkten auch schon einige Muttis (bitte nicht persönlich nehmen, bin ja auch Mutti) gesehen, die Pumphosen, Beanies und Loops verkaufen und noch nicht einmal die Grundkenntnisse kennen, da wird der Loop aus Baumwolle einfach mit einem breiten Zickzackstich zusammengenagelt, von Fadenlauf wollen wir mal gar nicht reden und das Ganze zum supergünstigen Preis von 14,99€….hmmm ja das ist Stoff zum in Tonne kloppen.
    Und diese Autodidakten fragen mich noch: Wozu hast du denn 3 Nähkurse gemacht? Das kann man doch auf Youtube auch lernen, dafür gebe ich kein Geld aus.
    Kar man lernt nie aus, aber ohne die notwendigen BAsics aus den Nähkursen hätte ich vermutlich den Spaß am Nähen verloren und ich bin sehr pingelig, was meine Stücke angeht, obwohl mir zur schneiderlichen Perfektion noch einiges fehlt.
    Kopf hoch und bleib dir treu

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  36. Liebe Miriam,
    endlich jemand, der genau so wie die Entwicklung beobachtet…
    Die Handarbeit verliert peu a peu an Wert und die meisten Kunden achten nicht auf Qualität, sondern auf den Preis.
    Ich habe mit meinen Handgestrickten Sachen bei Dawanda angefangen und schnell aufgegeben- ich verarbeite nur Lana Grossa Garne mit Merino, Alpaka, Seide oder Kaschmir. Es sind richtige Handschmeichler, doch die wenigsten Kunden achten darauf …
    Danach habe ich auch einige Male auf dem Markt gestanden und musste noch bei den sowieso schon knapp bemessenen Preisen mich auf das Handeln mit den Kunden einlassen, um überhaupt etwas zu verkaufen…
    Eine Kaschmirpulli kostet ja auch keine 20 € , oder?
    Danach habe ich nur noch auf Auftrag gearbeitet und hier wurde meine Arbeit endlich wertgeschätzt. Einzelstücke, Unikate, lange und intensive Entwicklungsphase..
    Das ist doch was komplett anderes, ob ich ein handgefertigtes Unikat trage, oder etwas was man zig Mal in der Stadt sieht!
    Es ist nicht einfach, aber ich finde, die etwas können dürfen sich nicht unter ihrem Wert verkaufen.
    Viel Inspiration und Durchhaltevermögen wünsche ich Dir!
    Agata

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    1. Danke, Agata. Mittlerweile wundert mich, dass meine Gedanke zu dem Thema schon relativ alt sind, aber noch immer zutreffend. Außerdem bin ich gespannt, ob sich der Trend irgendwann mal wieder ändert und Kunden im Handmade-Bereich bereit sein werden, angemessene Preise zu bezahlen. Viele Grüße, Miriam

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